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Aufnahme während eines Vortrags im Saal mit Zuhörern

Veranstaltungen

Die Kommission veranstaltet einmal jährlich im Rahmen ihrer Mitgliederversammlung ein wissenschaftliches Kolloquium. Dort werden verschiedene Themen der Mundart- und Namenforschung diskutiert. Dazu kommen weitere Tagungen, Vortragsreihen, Buchvorstellungen und Seminare. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht über die bisher durchgeführten Veranstaltungen.

Bauernkomödien des 17. Jahrhunderts als sprachhistorische Quellen

Tagung in Münster, 30. September bis 2. Oktober 2019

Vom 30.9. bis zum 2.10.2019 fand in Münster die Tagung "Bauernkomödien des 17. Jahrhunderts als sprachhistorische Quellen" statt. Sie stellte eine Zusammenarbeit dar zwischen der Kommission und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (Prof. Dr. Michael Elmentaler). Die Tagung wurde gefördert durch die Fritz Thyssen Stiftung. Auf der Tagung kamen Sprachwissenschaftlerinnen und Sprachwissenschaftler unterschiedlicher Ausrichtung zusammen, um die selten behandelten Bauernkomödien auf ihren Quellenwert für sprachgeschichtliche Untersuchungen zu prüfen. Dabei ging es einerseits um die Historische Dialogforschung und Pragmatik und andererseits um die Historische Varietätenlinguistik und Grammatik. Das Programm finden Sie hier.

Führung und Workshop für Oberstufen-Schüler/innen

Münster – 20. September 2019. Sprachliche Vielfalt und Sprachvarietäten stehen auch in der Schule auf dem Stundenplan. Deshalb besuchten Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 des Gymnasiums Petrinum Dorsten die Kommission für Mundart- und Namenforschung im Vom-Stein-Haus in Münster. Sie erhielten nicht nur eine informative Führung durch die Kommission, bei der ihnen alles Wissenswerte über unsere Arbeit vermittelt wurde, sondern nahmen auch an einem Workshop teil, bei dem sie selber Sprachkarten anfertigen durften.

Bewegte Namen: Anpassungsprozesse von Eigennamen

Tagung in Münster, 11. bis 13. September 2019

Die Kommission für Mundart- und Namenforschung war Kooperationspartner bei der Organisation der internationalen wissenschaftlichen Tagung „Bewegte Namen. Anpassungsprozesse von Eigennamen in räumlichen, zeitlichen und sozialen Spannungsfeldern“. Federführende Organisatorin der Tagung war Prof. Dr. Antje Dammel vom Germanistischen Institut der Universität Münster; weiterer Kooperationspartner war die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen in der Person von Dr. Kirstin Casemir. Das Programm finden Sie hier.

Kolloquium „Dialekterhebung heute“

Am 23./24. Mai 2019 veranstaltete die Kommission ein Kolloquium in Bocholt zum Thema „Dialekterhebung heute“.

23. Mai 2019: Abendvortrag von Ludger Kremer: „Das Bocholter Platt“ im LWL-Industriemuseum – TextilWerk Bocholt

24. Mai 2019: Kolloquium im Hotel Residenz

Gero Gehrke / Stephanie Sauermilch (Münster): Probandenakquise beim Dialektatlas Mittleres Westdeutschland (DMW).
Katrin Kuhmichel / Nadine Wallmeier (Siegen / Paderborn): Gesprächskonstellationen und Sprechertypen in der Exploration für den Dialektatlas Mittleres Westdeutschland (DMW).
Rahel Beyer / Katharina Dück (Mannheim): Ist der Explorator ein Störfaktor? Zu methodischen Grenzen festgeschriebener Aufnahmedesigns.
Markus Hundt / Saskia Schröder (Kiel): Der Laie als Experte – Mit wem haben wir es in der Wahrnehmungsdialektologie eigentlich zu tun?
Simon Kasper (Marburg): Syntax erheben: horizontal, vertikal, indirekt und online. Geht das?

Arbeitstreffen „Historische Wortbildung des Niederdeutschen“

Am 29. und 30. Juni 2018 hat in Uppsala (Schweden) das Arbeitstreffen „Historische Wortbildung des Niederdeutschen“ stattgefunden. Das Treffen war eine Kooperation zwischen der KoMuNa und der "Kungliga Vetenskapssamhället i Uppsala" (PD Dr. Stefan Mähl). Im "Stenhuset" der Akademie wurden sieben Vorträge gehalten:

Ingrid Schröder (Hamburg): Stand und Perspektiven mittelniederdeutscher Grammatikographie am Beispiel der expliziten Derivation
Christian Fischer (Münster): Zu den Partikelverben im Mittelniederdeutschen
Lukas Kütt (Würzburg): Verbale Wortbildung im frühneuzeitlichen Norddeutsch. Ein Werkstattbericht
Stefan Mähl (Uppsala): Zur Bildung des Adverbs im Spätmittelniederdeutschen. Ein Werkstattbericht
Markus Denkler (Münster): Zu den Fugenelementen der mittelniederdeutschen N+N-Komposita
Mechthild Habermann (Erlangen): Kollektivbildungen im Vergleich zwischen Hochdeutsch und Niederdeutsch
Antje Dammel (Münster): Formen und Funktionen des Suffixes -(er)īe im Mittelniederdeutschen

Teilnehmer/innen des Arbeitstreffens in Uppsala (Foto: Privat)

Kolloquium zu den norddeutschen Regionalsprachen

Am 8. Juni 2018 veranstaltete die Kommission in Münster ein Kolloquium zum Thema „Norddeutsche Regionalsprachen“.

Stefan Kleiner: Typisch norddeutsche Variationsphänomene im Atlas zur Aussprache des deutschen Gebrauchsstandards.
Michael Elmentaler: Westfälische Regiolekte – was wir wissen und was wir wissen möchten.
Jens Lanwer: Jetz isses weg, wa? Areale Variation im Gebrauch postponierter stance marker in Norddeutschland.

Kolloquium der Kommission in Münster (Foto: LWL)

„Dortmund - Sprachliche Vielfalt in der Stadt“

Im Zeitraum vom 14.9.2017 bis zum 16.11.2017 veranstaltete die Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens in Kooperation mit der VHS Dortmund die Vortragsreihe „Dortmund - Sprachliche Vielfalt in der Stadt“ im Museum für Kunst und Kulturgeschichte in Dortmund.

Dr. Joachim Wittkowski: Dat Ruhrgebiet seine Sprache und dat Kabarett in Dortmund (14.9.2017)
Prof. Dr. Heinz Eickmans: Visuelle Mehrsprachigkeit in der Metropole Ruhr am Beispiel der Stadt Dortmund (12.10.2017)
Dr. Markus Denkler: „So fast as Düörpm". Plattdeutsch in Dortmund (26.10.2017)
Prof. Dr. Dietrich Hartmann: „Wörter und Redensarten, die ganz typisch sind für Dortmund“. Wortschatz-Variation im Ruhrgebiet (2.11.2017)
Prof. Dr. Uta Quasthoff: „ich bin auch schnauze voll Papierkram“ - Wie und was erzählen Mehrsprachige in Dortmund über Behörden? (9.11.2017)
Dr. Daniel Händel: Bürgerorientierte Verwaltungssprache in Dortmund? (16.11.2017)

Kolloquium zur westfälischen Reformation

Am 18./19. Mai 2017 veranstaltete die Kommission in Soest ein Kolloquium zum Thema „Die westfälischen Reformatoren und ihre Sprachen“ in Soest.

18. Mai 2017: Abendvortrag von Christian Fischer: „Daniel von Soest“ im Burghofmuseum
19. Mai 2017: Kolloquium im Museum Wilhelm Morgner

Werner Freitag: Stationen der Stadtreformation im Spiegel niederdeutscher Quellen.
Norbert Nagel: Zur Sprache der Schriften des münsterischen Reformators Bernhard Rothmann.
Robert Peters: „... vnse gewontlike duytzsche sprake vnuerachtet hebben ...“ Zur Sprache der Soester Reformatoren.
Hermann Niebaum: „... dat dat hillighe evangelium hier by uns in der stadt Oßenbrugk mochte recht unde reine geprediget werden ...“ Zur Reformation in Stadt und Stift Osnabrück.

Kolloquium der KoMuNa im Museum Wilhelm Morgner in Soest (Foto: LWL/Klaus Bunte)

Buchvorstellung und Lesung

Am 21. Februar 2017 fand in der Stadtbücherei Münster die Buchvorstellung und Lesung "segg't äs up Platt" statt. Die LWL-Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens und der Autor Markus Denkler stellten das neue Buch aus dem Aschendorff Verlg "Das münsterländische Platt" vor. Dazu lasen Eisabeth Georges und Ulrich Tarner von der Niederdeutschen Bühne Münster unterhaltsame und aufschlussreiche Geschichten, Anekdorten und Kostbarkeiten up Platt.

Kolloquium zur mittelalterlichen Literatur

Am Freitag, den 3. Juni 2016 veranstaltete die Kommission in Münster ein Kolloquium zum Thema „Mittelalterliche Literatur in Westfalen“. Vier Vorträge nahmen Werke in den Blick, deren Ausgangssprache das Lateinische ist und die ins Mittelniederdeutsche übersetzt worden sind:

Friedel Helga Roolfs: Dirc van Herxens „Epistola contra detractores monachorum“ in mittelniederdeutscher Übersetzung.
Erika Langbroek: Wie wahrscheinlich ist es, dass der Hildesheimer verkürzte Apokalypsetext in Westfalen entstand?
Hanne Grießmann / Elmar Schilling: „Eyn troest der wisheit“ – zu einer mittelniederdeutschen Boethius-Bearbeitung des 15. Jahrhunderts.
Volker Honemann: Das „Exordium magnum“ des Konrad von Eberbach OCist. in mittelniederdeutscher Übersetzung.

Kolloquium der KoMuNa in der Aula des Germanistischen Instituts der WWU Münster

Kolloquium über „Westfälische Wörterbücher“

Am Freitag, den 8. Mai 2015 veranstaltete die Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens im LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster ein Kolloquium zum Thema „Westfälische Wörterbücher“. Gewidmet wurde die Tagung dem Kommissionsvorsitzenden Prof. Dr. Hermann Niebaum anlässlich seines 70. Geburtstages.

Die fünf Vorträge beleuchteten sowohl professionelle Dialekt- als auch Laienwörterbücher sowie ihre Konzepte und Ziele:

 

Dr. Robert Damme: Niederdeutsche Dialektwörterbücher in Westfalen-Lippe. Ein Überblick.
Dr. Georg Cornelissen: Kleinräumige Dialektwörterbücher aus Südwestfalen und angrenzenden Regionen. Erhebungsmethoden, Präsentationsformen, Zielgruppen.
Dr. Maik Lehmberg: Westfälische Orts- und Regionalwörterbücher im Niedersächsischen Wörterbuch.
Prof. Dr. Jan Wirrer: „Schatzgräber der Mundart“. Laikale Dialektwörterbücher zum Westfälischen.
Prof. Dr. Dietrich Hartmann: Zwischen Dokumentation und Comedy: Der Fall der nichtprofessionellen Wörterbücher der Regionalsprache Ruhrgebiet.

"Westfälisch: Geschichte, Strukturen, Perspektiven"

Vom 8. bis 10. Oktober 2014 fand in Münster die Tagung "Westfälisch: Geschichte, Strukturen, Perspektiven" statt.

Diese hatte das Centrum für Niederdeutsch (CfN) der Universität Münster in Zusammenarbeit mit der Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens veranstaltet. Auf dem Tagungsprogramm standen 22 Vorträge zu Themen wie westfälische Sprachgeschichte, strukturelle Besonderheiten westniederdeutscher Mundarten oder die aktuelle Situation und Entwicklung des Niederdeutschen.

Festschrift für Robert Damme

Anlässlich seines 60. Geburtstages wurde dem langjährigen Bearbeiter des Westfälischen Wörterbuchs, Dr. Robert Damme, am 11. September 2014 in einem feierlichen Festakt in Münster der 54. Band der Zeitschrift "Niederdeutsches Wort" als Festschrift überreicht. In den "Studien zur Lexikographie und Lexikologie des Niederdeutschen" setzen sich 21 renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit niederdeutschen Wortschätzen und Wörterbüchern auseinander. In den Beiträgen wird die historische Lexikographie des Niederdeutschen ebenso behandelt wie die Lexikographie rezenter regionaler Wortschätze. Der dritte Abschnitt des Bandes befasst sich mit dem Themenbereich Lexikologie.

Robert Damme (re.) und Markus Denkler (li.) bei der Übergabe der Festschrift

Kolloquium zur niederdeutschen Literatur im Ersten Weltkrieg

Am Freitag, den 16. Mai 2014 veranstaltete die Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens in Münster ein Kolloquium zum Thema „Niederdeutsche Literatur im Ersten Weltkrieg“. In vier Vorträgen wurde die Frage diskutiert, inwieweit es sich bei der Weltkriegsliteratur in westfälischer Mundart um Kriegspropaganda handelt:

Arnold Maxwill: Westfälische Literatur 1914–1918.
Hans Taubken: Augustin Wibbelt und der Erste Weltkrieg.
Karl Ditt: Der Erste Weltkrieg in der Sicht des Heimatdichters Karl Wagenfeld.
Peter Bürger: Das plattdeutsche Redaktionskonzept der Medebacher Feldpostgrüße 1914–1918.

Kolloquium der KoMuNa in der Aula des Germanistischen Instituts der WWU Münster

Kolloquium zu Sprichwörtern und Redensarten

Die Kommission für Mundart- und Namenforschung veranstaltete am Freitag, den 7. Juni 2013, in Münster ein Kolloquium zum Thema „Sprichwörter und Redensarten. Zur bildlichen Sprache des Niederdeutschen und darüber hinaus“. Fünf Vorträge beleuchteten auf abwechslungsreiche Weise Geschichte und Hintergründe bildhafter Wendungen im Plattdeutschen aber auch in anderen Sprachen wie beispielsweise im Jiddischen:

Elisabeth Piirainen: Dat kümp mi hoogdüütsk vöör. Zu figurativen Lexikoneinheiten aus arealer und kultureller Sicht.
Natalia Filatkina: Graw roch rydt nicht. Historische niederdeutsche Phraseologie zwischen zwei Sprachen und zwei Kulturen.
Ane Kleine-Engel: Jiddische Phraseologie – kein Bilderverbot in der Sprache.
Monika Hanauska: Sprichwörter in der Gandersheimer Reimchronik des Pfaffen Eberhard? Überlegungen zum Sprichwortbegriff in historischen Texten.
Irmgard Simon: Über westfälische Sagwörter, eine besondere und traditionsreiche Sprichwortkategorie

Hä lött nix liägen at heet Issen un Müollensteene.
(Aus Gevelsberg, Ennepe-Ruhr-Kreis)

Er lässt nichts liegen als heißes Eisen und Mühlensteine (er kann alles gebrauchen).

Tagung zu westfälischen Familiennamen

Am 29. und 30. November fand in Münster die Tagung "Bei uns zu Lande auf dem Lande – Bäuerliche Familiennamen in Westfalen" statt. Zwischen den etwa 50 interessierten Zuhörern und den Vortragenden fanden angeregte Diskussionen statt. Die folgenden Vorträge beleuchteten Familiennamen aus linguistischer, historischer, pragmatischer und standesamtlicher Perspektive:

Konrad Kunze; Kathrin Dräger: Westfalen im Deutschen Familiennamenatlas
Monika Hochwald: Westfälische Familiennamen in der standesamtlichen Praxis
Georg Cornelissen: „mit doep- unnd toname“? Personennamen als Teil einer Sprachgeschichte des Dorfes – mit Beispielen vom Niederrhein
Roland Linde: Tradierung, Differenzierung und Brüche: Ländliche Familiennamen in der frühneuzeitlichen Grafschaft Lippe
Norbert Nagel: Die "armen Kinder Gottes"? – Zum Namen des Leprosoriums 'Kinderhaus' bei Münster
Kirstin Casemir: Westfälische Ortsnamen und ihr Niederschlag in der (lokalen) Familiennamengebung
Helmut Spiekermann: Westfälische Familiennamen im Emsland

Vortragende und Zuhörer auf der Familiennamentagung

40-jähriges Jubiläum und Kolloquium

Die KoMuNa feierte am 11. Mai 2012 in Münster ihr 40-jähriges Jubiläum mit einem kleinen Festempfang und einem Kolloquium.

Nach den Grußworten des Kommissionsvorsitzenden Prof. Dr. Jürgen Macha sowie des Kulturdezernenten der Bezirksregierung, Hans-Peter Boer, wurden zwei Festreden gehalten: Die  LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale betonte, wie wichtig der Erhalt des Plattdeutschen in Westfalen-Lippe sei. Sie sicherte der KoMuNa auch in Zukunft ihre Unterstützung zu. Der Geschäftsführer des Instituts für Niederdeutsche Sprache (INS) in Bremen, Dr. Reinhard Goltz, hob das Gewicht der außeruniversitären Forschungsstätte für die Erforschung und Dokumentation der plattdeutschen Sprache hervor.

Anschließend referierten Dr. Werner Beckmann, Dr. Ludwig Brandes, Peter Bürger und Karina Lammert zum Thema „Südwestfälisch im Fokus“. Die Vorträge setzten sich mit der Region südlich der Lippe auseinander und boten ein breites thematisches Spektrum: Sie befassten sich sowohl mit der Sprachgeographie und der Grammatik der Mundarten als auch mit deren Verwendung in Alltag und Literatur.

Prof. Dr. Jürgen Macha (Vorsitzender der KoMuNa), LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale, Festredner Dr. Reinhard Goltz (Institut für Niederdeutsche Sprache, Bremen), Hans-Peter Boer (Kulturdezernent der Bezirksregierung Münster), Dr. Markus Denkler (Geschäftsführer der KoMuNa). Foto:LWL/Frerichmann

Ausstellung "Wir für Westfalen"

Die multimediale Ausstellung "Wir für Westfalen!" informierte vom 1. bis zum 16. März 2012 im Landeshaus Münster über die Projekte und die Themenvielfalt der sechs wissenschaftlichen Kommissionen des LWL. Die KoMuNa präsentierte unter anderem ihre Arbeit am Westfälischen Wörterbuch, eine Hörstation mit plattdeutschen Tonaufnahmen, ihr Internetportal Familiennamengeographie sowie den Westfälischen Flurnamenatlas.

Vortrag: Das Lautdenkmal reichsdeutscher Mundarten

Auf Einladung der KoMuNa hielt Dr. Christoph Purschke (Deutscher Sprachatlas, Marburg) am 22. Februar 2012 in Münster einen Vortrag in der Villa ten Hompel: „Das Lautdenkmal reichsdeutscher Mundarten. Ansätze zur (Be-) Hebung eines dialektologischen (Problem-)Schatzes".

Das "Lautdenkmal" ist das Ergebnis einer umfangreichen Erhebung, die 1937 in allen Regionen des Reichs durchgeführt wurde. Die Tonaufnahmen bieten der modernen Regionalsprachenforschung die einmalige Möglichkeit, einen direkten Blick in die Vergangenheit der deutschen Mundarten zu werfen. Gleichzeitig betont Dr. Purschke, dass das Material aufgrund seiner Instrumentalisierung für nationalsozialistische Propagandazwecke  kritisch zu betrachten ist. Seine Überlegungen zu einer kritischen Edition des Materials wurden in einer angeregten Diskussion der ca. 40 interessierten Zuhörer aufgegriffen.

Kolloquium Mittelniederdeutsche Syntax

Am Freitag, den 6. Mai 2011 veranstaltete die Kommission ein Kolloquium in Münster. Die folgenden Vorträge stellten einen gelungenen Impuls für die bisher vernachlässigte mittelniederdeutsche Syntaxforschung dar:

Dr. Robert Peters / Dr. Christian Fischer (Münster):
Der Atlas mittelniederdeutscher Schreibsprachen (ASnA) als Quelle für syntaktische Untersuchungen 

PD Dr. Stefan Mähl (Uppsala, Schweden):
Verbstellungsvariation im Mittelniederdeutschen

Prof. Dr. Doris Tophinke (Paderborn):
Komplexe Syntax in mittelniederdeutschen Rechtstexten des 13. bis 16. Jahrhunderts

Buchvorstellung Vocabularius Theutonicus

Am 23. März wurde im Handschriftenlesesaal der ULB Münster die neueste Publikation in der Buchreihe "Niederdeutsche Studien" der Kommission für Mundart- und Namenforschung vorgestellt: Die dreibändige Edition des "Vocabularius Theutonicus" von Dr. Robert Damme. Die überlieferungsgeschichtliche Edition des mittelniederdeutsch-lateinischen Schulwörterbuches ist das Ergebnis eines von der DFG geförderten Projekts. Gemeinsam mit Reinhard Feldmann, dem Leiter des Dezernats für Historische Bestände an der ULB, und dem Vorsitzenden der Kommission für Mundart- und Namenforschung, Prof. Dr. Jürgen Macha, präsentierte der Autor sein Werk der Presse.

Vorstellung des "alten" und "neuen" Wörterbuchs (v.l.: Reinhard Feldmann, Dr. Robert Damme, Prof. Dr. Jürgen Macha).

Dem Täter auf der Stimmspur

Auf Einladung der KoMuNa hat am 18.11.2010  Dr. Olaf Köster vom Bundeskriminalamt Wiesbaden einen Vortrag in Münster gehalten. Er sprach zum Thema "Dem Täter auf der Stimmspur. Das Merkmal 'Regionalakzent'  in der forensischen Sprechererkennung".


Das Bild ziegt Dr. Olaf Köster (BKA)

Vortragsreihe "Dialekte zwischen Schwund, Wandel und Recycling"

Auf großes Interesse stieß die im Frühsommer 2010 von der Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens gemeinsam mit den Westfälischen Nachrichten veranstaltete Vortragsreihe zum Thema "Dialekte zwischen Schwund, Wandel und Recycling. Regionalsprachen im 21. Jahrhundert" im Verlagshaus Aschendorff, Münster. Sechs Vorträge boten Einblicke in aktuelle dialektologische Forschung, die sich nicht nur mit den "alten" Dialekten, sondern mit jeglicher Form von Regionalsprache befasst und auch neue Kommunikationsformen wie die Kommunikation im Internet berücksichtigt.

Doris Tophinke (Paderborn):
Niederdeutsch im Internet
(Berichterstattung in den Westfälischen Nachrichten)

René Schiering (Münster):
Vom ‚Hochdeutsch auf Klompen‘ zum Ruhrdeutschen – Die Entstehung neuer Sprachformen im norddeutschen Dialektschwundgebiet
(Berichterstattung in den Westfälischen Nachrichten)

Jürgen Macha (Münster):
‚Täglig fricher Fich‘ – Überkorrekte Sprache in Westfalen und im Rheinland
(Berichterstattung in den Westfälischen Nachrichten)

Stephan Elspaß (Augsburg):
Pusemuckel gibt's nicht überall. Wie man von Online-Erhebungen zu einem „Atlas zur deutschen Alltagssprache (AdA)“ kommt
(Berichterstattung in den Westfälischen Nachrichten)

Jens Lanwer (Münster):
Mundart in aller Munde. Zum Phänomen der ‚Laienimitation‘ in Alltagsgesprächen
(Berichterstattung in den Westfälischen Nachrichten)

Markus Denkler (Münster):
Guett gaohn und tschüss. Westfälische Abschiedsgrüße im Wandel
(Berichterstattung in den Westfälischen Nachrichten)

Kolloquium "Neuere Forschungen zur deutschen Dialektgeographie"

Am Freitag, den 7. Mai 2010 fand im Saal 1 der Bezirksregierung Münster zu Ehren des langjährigen Vorsitzenden der Kommission für Mundart- und Namenforschung, Prof. Dr. Dr. h.c. Jan Goossens, das Kolloquium Neuere Forschungen zur deutschen Dialektgeographie statt. Nach der Begrüßung durch den derzeitigen Vorsitzenden, Prof. Dr. Jürgen Macha, folgten Vorträge von Prof. Dr. Michael Elmentaler aus Kiel (Arealität, Situativität und soziale Bewertung. Überlegungen zu einem mehrdimensionalen Atlas der norddeutschen Regionalsprache), Daniela Twilfer aus Münster („Ochtrup spricht Kleiplatt!“ - dialect similarity im Urteil westfälischer Sprecher) und Simon Pickl (Augsburg) zum Thema Strukturanalyse von Wortkarten - Ein neues statistisches Verfahren.

Festschrift für Hermann Niebaum

Die Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens hat am Freitag, den 12. 2. 2010 im Kunstmuseum Pablo Picasso ihr langjähriges Vorstandsmitglied Prof. Dr. Hermann Niebaum zu dessen 65. Geburtstag geehrt.

Niebaum hat seine Professur für deutsche Sprachwissenschaft an der Rijksuniversiteit Groningen beendet und kehrt nun an seine alte Wirkungsstätte zurück: Bei der Kommission will er den ersten Band des „Westfälischen Wörterbuchs“ fertigstellen. An dem Dialektwörterbuch arbeitete Niebaum bereits zu Beginn seiner wissenschaftlichen Laufbahn zwischen 1972 und 1984.

Der Vorsitzende der Kommission, Prof. Dr. Jürgen Macha, und der Geschäftsführer, Dr. Markus Denkler, überreichten Niebaum eine Festschrift mit dem Titel "Von vrenden, vrinden und vründen".

Prof. Dr. Jürgen Macha (r.) und Dr. Markus Denkler (l.) gratulierten Prof. Dr. Hermann Niebaum zum 65. Geburtstag. Foto: Westfälische Nachrichten Online